Auswärtsspiel in Wolkersdorf

Verfasst am 13 Jul 2025 von Thomas Altrock

Tennis Damen 50 Landesliga 1 TSV Wolkersdorf:TSV Lichtenau 2:4

In einem Herzschlagfinale sicherten sich die Tennisdamen 50 des TSV Lichtenau mit dem allerletzten Ballwechsel nicht nur den ersten Saisonsieg sondern gaben auch noch die rote Laterne an die Gegnerinnen aus Wolkersdorf ab.

Dabei war der Auftakt alles andere als gelungen, denn im Duell der beiden Linkshänderinnen hatte Gerlinde Bischoff gegen Gabi Kräftner nicht ihren besten Tag erwischt. Nach einem souveränen 6:3 brach sie unerklärlicherweise mental komplett ein und musste nach einem 3:6 im zweiten Satz in den Matchtiebreak. Hier spielte sie viel zu risikoreich und war beim 2:10 chancenlos.

Zum Glück hatte Brigitte Mohr, die nominelle Nummer Zwei, einen Sahnetag erwischt. Gegen die stark aufschlagende Cornelia Bernhard packte sie ihr komplettes Schlagrepetoire aus und beeindruckte mit körperlicher und psychischer Stabilität. In einem umkämpften Match behielt sie mit 6:3/6:4 die Oberhand.

Heidi Czech strapazierte dagegen die Nerven ihrer Fans aufs Äußerste. In Satz eins ließ sie zweimal bei eigenem Aufschlag die Möglichkeit den Satz zuzumachen liegen, bewies dann aber Nervenstärke im Tiebreak, den sie für sich entschied. Danach nahm sie ohne Not das Tempo heraus und auch ihre Stopps kamen nicht mehr so präzise wie vorher. Dazu ließ sie sich auch noch von den ständigen lautstarken Kommentaren ihrer Spielpartnerin Petra Wimmer beeindrucken und musste deshalb in den ungeliebten Matchtiebreak. Beim Stand von 3:5 nahm sie ihr Herz in beide Hände und übernahm wieder die Matchkontrolle. Lohn war ein hochverdientes 10:6.

Eine Augenweide war die Partie der beiden Einser Kerstin Sticha aus Lichtenau und Manuela Bluhm. Jeder Ballwechsel war hart umkämpft wobei Sticha permanent am Gashebel blieb. Mit ihrer präzisen Vorhand baute sie immensen Druck auf. Bluhm dagegen hielt wie eine Gummiwand nur den Ball im Spiel und machte kaum Fehler. Nur durch Stichas konsequentes Powertennis war sie aus der Balance zu bringen und mit ihrer wohl besten Saisonleistung brachte Sticha mit ihrem 6:3/6:2 Erfolg ihr Team mit 3:1 in Front.

Wer nun gedacht hatte der nötige 4. Punkt in den Doppeln sei Formsache, sah sich eines Besseren belehrt.

Doppel 2 mit Kronberger/Weinmann stand gegen Kräftner/Wimmer auf verlorenem Posten. Zwar gelang den beiden Lichtenauerinnen der ein oder andere spektakuläre Punkt, über die gesamte Spieldauer waren aber die Wolkersdorferinnen das bessere Team und stellten den Anschluss in der Tageswertung wieder her.

Es lag nun ganz allein am Eindserdoppel Mohr/Sticha den Gesamtsieg zu sichern. Dass sich daraus ein nervenaufreibender Krimi entwickeln würde, war nach einem souveränen 6:4 nicht zu ahnen, doch Bernhard/Bluhm dachten nicht daran, aufzugeben. Zur Freude der Zuschauer stieg das Niveau immer weiter an und es entwickelte sich ein mitreißendes Match auf Augenhöhe. Es kam wie es kommen musste. 5:7 aus Lichtenauer Sicht—Matchtiebreak. Auch hier wogte die Partie hin und her, ohne dass sich ein Team absetzen konnte. Nervenstark hielt Sticha auf der Vorhand das Spielgerät in epischen Ballwechseln im Feld und immer wieder schnappte Mohr reaktionsschnell am Netz zu und punktete mit frappierender Sicherheit. Beim 9:9 war klar. Gewinnt Lichtenau sind sie Sieger und Vorletzter, im umgekehrten Fall bleiben sie ohne Saisonsieg und auch Schlusslicht.

Sticha war es vorbehalten mit einem cleveren Passierball durch die Mitte das 11:9 zu markieren und die ganze Anspannung der Lichtenauerinnen löste sich im finalen Schlussjubel.

Im nächsten Jahr wird das Team die Altersklasse zu den Damen 60 wechseln, da dann auch Kerstin Sticha dafür spielberechtigt sein wird.