Herren 60 Heimspiel gegen SV Weiherhof

Verfasst am 17 Jun 2017 von Thomas Altrock

Herren 60 Bezirksklasse1 TSV Lichtenau vs. SV Weiherhof 4:5

Nichts zu erben gab es für die Herren 60 des TSV Lichtenau gegen die im Vergleich zu vor 4 Jahren auf mehreren Positionen erheblich verstärkten Gäste des SV Weiherhof. Das 4:5 drückt die Kräfteverhältnisse nicht exakt aus, denn in den Doppeln gestatteten sich die Weiherhöfer voll auf Doppel 1 zu setzen, da sie schon 4:2 führten.

Leo Meier kam gegen Walter Thomae anfangs gar nicht zurecht. Die Menge seiner „unforced Errors“ ging auf keine Kuhhaut und so war Satz 1 schnell weg. Bei einer 2:0 Führung im nächsten Durchgang schien Leo seine Sicherheit gefunden zu haben, Walter drückte aber unbeeindruckt aufs Tempo. Läuferisch stark (erstaunlich bei seiner Leidensvorgeschichte mit mehrjähriger Tennispause) mit einer knallharten Vorhand und kluger Raumaufteilung erspielte er sich mehr und mehr ein Übergewicht und gewann hochverdient.

Ebenso glatt servierte Karl-Heinz Juhre seinen Teamkollegen Thomas ab. Auch dieser wehrte sich nach Kräften, musste aber bei jedem Schlag volles Risiko gehen und auch seine Fehlerquote war letztendlich zu hoch. Sein topfairer Gegenspieler war einfach eine Spielklasse besser und beide Spieler lieferten sich ein niveauvolles Match mit einem ebenso unstrittigen Erfolg für Karl-Heinz.

Der Lichtenauer Lichtblick hieß an diesem Nachmittag Werner Frank. Endlich einmal ohne gravierende offene Wunden oder frisch vernähte Exzisionsmale genoss unser Werner seinen Auftritt sichtlich. Schnell erkannte er, dass Wolfgang Paulitz zwar schöne Grundschläge präsentierte, das Laufen vor allem in Form kurzer Sprints aber so gar nicht seine Lieblingstätigkeit war. Wer jemals gegen Werner auf dem Platz stand, weiß wie sich Wolfgang fühlte, wenn nahezu 100 % seiner zweiten Aufschläge als Returnstopps unerreichbar übers Netz plumpsten. Laut eigenen Aussagen soll Werner sogar manche Rally mit mehr als einem Ballwechsel bestritten haben und, was die Glaubwürdigkeit seiner Angaben weiter erschüttert, sogar gewonnen haben. Allerdings sprechen die frustrierte Miene von Wolfgang und das klare 6:0/6:2 doch dafür, dass Werners Worte ein Körnchen Wahrheit enthalten könnten. Auf jeden Fall ist zu konstatieren: Es war „das“ Comeback des Jahres.

Fast hätte es ihm unser Sportfreund Ali gleich getan, aber er hatte mit dem Tenniscoach Bernd Vettermann einen Konkurrenten, der es verstand, die ganz feine Klinge zu führen. Vielleicht war Ali initial auch von der adrett auf der schicken Schirmmütze von Bernd platzierten Sonnenbrille beeindruckt, denn einen Satz lang fühlte man sich an die Fabel von Hase und Igel erinnert. 1:4 lag unser iranischer Freund auch im 2. Satz schon zurück, ehe sich das doch gelegentlich fast aufreizend pomadige Spiel Bernds rächte. Zeitgleich mit multiplen Jubelrufen des Lichtenau Akteurs hörte man auf der Anlage immer häufiger das Scheppern von Bernds Schläger, der mehr auf dem Boden als in Bernds rechter Hand lag. Begleitet wurden diese hässlichen Geräusche von vehementen Unmutsbekundungen des Weiherhofers, der sich immer mehr in die Enge gedrängt fühlte. Ali erkämpfte bravourös Satz 2 und führte im Supertiebreak schon 3:1, ehe ihm zwei leichte Fehler das Genick brachen.
Der routinierte Bernd witterte sofort Morgenluft, zog das Tempo nochmals etwas an und gewann den harten Kampf im Matchtiebreak.

Fritz Fersterra bekam es wie schon vor 4 Jahren mit Gerhard Kohler zu tun. Auch diesmal ließ er nichts anbrennen und holte den zweiten Lichtenauer Einzelpunkt. Höhepunkt der Partie war ein verbaler Disput von Fritz mit seinem Bruder Hermann, der ihn, als Fritz kläglich dreimal den selben Fehler produziert hatte, mit aufmunternden Worten wieder auf die Siegerstrasse bringen wollte. Doch Hermanns diskretes Vorsprechen wurde barsch mit dem Ausruf: „Hock dich hie !!“ abgebügelt, woraufhin sich dieser interessanteren Begegnungen zuwandte und Fritz nach ablassen des Drucks aus dem Kessel, sein Spiel locker gewann. Er gab anschliessend zu Protokoll, er habe eben die wenigeren Fehler gemacht und er sei mental und spielerisch quasi ein Monster. Leider kann ich mich für die wörtliche Wiedergabe nicht verbürgen, da die Aussage zu fortgeschrittener Stunde fiel.

Schlecht erging es unserem Dieter. Drei Wochen hatte er sich mit Reha kasteit, Uta hatte ihm ein formschönes Kinesiotape anmodelliert, eine Belastungserprobung auf einer gnadenlosen Radtour hatte die Wade bestanden, am Tennisplatz aber begann sie nach wenigen Minuten wieder zu zwicken. Das erkannte Fred Holzer-Thießer, ein mit allen Wassern gewaschener alter Fuchs sofort und setzte Stopp auf Stopp, die Dieter trotz aller Willensstärke nicht erlaufen konnte. Noch einmal bäumte er sich bis zum 5:3 im 2. Satz auf, steckte den Rückschlag eines 5:6 weg und erzwang den Tiebreak, dann aber war die Messe gelesen. Nur noch unrund laufend und unter starken Schmerzen hatte er im Tiebreak keine Chance mehr und musste frustriert und hinkend Fred gratulieren.

Nach der hohen Führung leisteten sie die Gäste den Luxus Nummer 1 und 2 als sichere Bank im Doppel zu nominieren und Klaus Rössner nach mehrjähriger
krankheitsbedingter Pause in Doppel 2 aufzustellen.

Im Einserdoppel wurden Erinnerungen an die gute alte Zeit wach. Leo und Werner, früher die härtesten Konkurrenten von Radi und Thomas um die Doppelkrone konnten nach langer Zeit einmal wieder Seite an Seite agieren. Allein diese Tatsache hat uns Lichtenauern trotz der Niederlage schon den Samstag gerettet, denn die beiden harmonierten prächtig wie früher. Leider wurden sie vom bärenstarken Weiherhöfer Doppel etwas unter Wert geschlagen.

Umgedreht ging es Klaus und Bernd gegen Fritz und Thomas nicht besser. Hier war es Klaus, der sein Comeback feierte. Immer wieder blitze seine alte Klasse auf, sei es beim Aufschlag oder klugen Bällen in die Schnittstellen des Gegners, leider ist er aber läuferisch noch nicht auf der Höhe und so konnten sich die Lichtenauer wenigstens etwas den Frust von der Seele spielen und überzeugend gewinnen.

Auch Doppel 3 erntete Ruhm und Ehre. Gegen Fred und Gerhard war es allerdings ein hartes Stück Arbeit. Um jedes Spiel wurde knallhart gekämpft und bei einem Aufschlagmarathon von Schlurf musste man um seine Schulter bangen. Hermann und er brachen aber den Widerstand der Gäste mit einem 7:6 im Tiebreak. Danach spielten sie locker vom Hocker und ohne den Druck unbedingt gewinnen zu müssen wie aus einem Guss. Hermanns ruhiges kontrolliertes Spiel und Günters geschnittene Bälle waren die Garanten des Sieges. Jubel brandete insbesondere auf, als Hermann einen Ball wie zum Volley anfintierte, ihn aber dann passieren ließ und Schlurf vollstrecken konnte. Böse Zungen behaupten, Hermann habe einfach den Ball nicht erwischt, der Schreiber dieser Zeilen kennt aber diesen raffinierten Spielzug der beiden aus zahlreichen Trainingsmatches.

Der schöne Nachmittag endete mit einem gemütlichen Essen, das Dieters Frau Brigitte hervorragend zubereitet hatte. Bei ihrem emsigen Treiben in der Küche wurde sie von Edith, Gisi und Elke tatkräftig unterstützt und dem Lob der Gegner für unsere tollen Frauen können wir uns nur anschliessen.
Wer spielt den schon Tennis um zu siegen—die schöne Gesellschaft ist doch viel wichtiger.

Einzel:

Altrock/Juhre 3:6/2:6
Meier/Thomae 2:6/2:6
Ahmadpur/Vettermann 2:6/6:4/4:10
Frank/Paulitz 6:0/6:2
Mohr/Holzer-Thieser 2:6/6:7
Fersterra/Kohler 6:2/6:4

Doppel:

Meier-Frank/Juhre-Thomae 2:6/1:6
Altrock-Fersterra/Rössner-Vettermann 6:1/6:1
Förster-Strössner/Holzer-Thieser-Kohler 7:6/6:0

Herren 60 Weiherhof

 So muß es sein:

Erst harter Kampf, dann trautes Beieinander

zurück zur Hauptseite