Herren 60 Heimspiel gegen Puschendorf
Verfasst am 23 Jul 2017 von Thomas Altrock
Herren 60 Bezirksklasse 1 TSV Lichtenau vs. SV Puschendorf 2:7
Zum Saisonabschluss empfingen die Herren 60 des TSV Lichtenau den designierten Aufstiegsaspiranten aus Puschendorf, der mit einer grossen Menge hungriger und durstiger Fans angereist war. Entgegen der Aussage, einige Puschendorfer Akteuere hätten zum Spielzeitpunkt Urlaub gebucht traten die Gäste mit der Nummer 1-5 in Bestbesetzung an und auf 6 erledigte Georg Knorr seine Vertreterrolle mit Bravour.
Wie in der Begrüssungsansprache von Mannschaftsführer Thomas angekündigt, versuchten die Heimakteure aber tatsächlich, sich so teuer wie möglich zu verkaufen.
Leo Meier war gleich ein Beispiel dafür. Er hatte mit Dieter Stöckl einen laufstarken Linkshänder gegen sich und es entwickelte sich sofort ein zähes Match, bei dem beide Kontrahenten zunächst wie mit angezogener Handbremse spielend wirkten. Dietmar setzte seine prächtige Vorhand nur sporadisch ein und Leo schwang nur halbherzig durch. Erst als er mutiger auch seine schöne Rückhand ins Spiel brachte, erarbeitete er sich leichte Vorteile und gewann Satz 1. Danach ging es hin und her und wer weiss was passiert wäre, hätte Leo den Kollegen aus Puschendorf nicht mit früh erkennbaren und zu hoch angesetzten Stopps immer wieder zu finalen Abschlüssen aus dem Halbfeld eingeladen. So musste der Supertiebreak her, den Leo bis zum 6:5 anführte aber dann mit 7:10 doch nicht ins Ziel brachte.
Dieter stand auf 4 gegen Gerhard Billmann auf verlorenem Posten. Gerhard hatte ein äußerst variables Spiel, beherrschte alle Schlagvarianten sehr sicher und ließ sich von den immer vehementeren und teilweise verkrampften Angriffsbemühungen von Dieter nicht aus der Ruhe bringen. Der glatte Sieg des sympathischen Puschendorfers ging voll in Ordnung.
Zumindest leise Kritik muss die Performance des bis dato in 2 Einzeln erfolgreichen Richters G.F. hervorrufen. Bei Gluthitze gekleidet in ein tiefschwarzes T-Shirt und lange schwarze Hose (gegen die Bremsen!), erinnerte das Match gegen Georg Knorr eher an Ball über die Schnur, denn an Tennis. Drucklos segelten die Bälle hin und her und lediglich die immer lauter werdenden Unmutsbekundungen unseres Schlurf zeigten zunächst seine Unzufriedenheit mit sich selbst. Letztendlich kulminierte sein Frust in einem vehementen Schlag ins Fangnetz und anschliessend in einem Schlägerwurf, der für unseren sonstigen Ruhepol so gar nicht typisch ist. Der Gefühlsausbruch ließ erahnen, wie es innerlich in ihm brodelte, auch wenn von außen der Eindruck entstand er habe ganz einfach keine Lust zu spielen. Wahrscheinlich war es eine Mischung aus Hitze, einem unangenehm spielenden Gegner, schlechter Tagesform und etwas Pech die dazu führte, dass unser Schlurft nach knapp 2 Stunden, ich zitiere wörtlich, „ganz einfach mürbe“ war. Trotzdem steht eine 2:1 Bilanz zu Buche und mit wenigen einfachen Massnahmen wie Steigerung des Trainingspensums, dauerhafter Ernährungsumstellung, drastischer Gewichtsabnahme, Anstellung eines Mentaltrainers wären die Aussichten für die neue Saison rosig.
Die 2. Runde startete also mit einer 0:3 Hypothek und es lief ganz ordentlich. Thomas hatte gegen Roman Glöckner trotz einiger Gebrechen im Vorfeld einen, der Pharmaindustrie sei Dank, Sahnetag erwischt. Er spielte angriffslustig, hochkonzentriert und mental auf den Punkt fit. In kritischen Situationen bewahrte ihn ein sicherer Aufschlag vor Breaks und Roman machte glücklicherweise vor allem mit seiner unterschnittenen Vorhand immer wieder unnötige Fehler. Nach einer schnellen 6:1 Führung gestaltete sich Satz 2 ausglichen. Kein Akteur gab sein Service ab und beim Stand von 4:3 und dem 3. Mal Einstand wäre Thomas fast um die Früchte seiner Bemühungen gebracht worden, denn am Nebenplatz lagen sich 2 Kampfhähne lautstark in den Haaren (später mehr dazu), was den Lichtenauer aber auch Roman gehörig aus dem Konzept brachte. 4:4—-5:4—- und dann das finale Break zum 6:4. Ein Wermutstropfen war die Tatsache, dass Roman selbst klar gesehen hatte, wie sein letzter Ball ins Aus gesegelt war, wohingegen die „Fans“ aus Puschendorf und Umgebung den Ball auf der Linie gesehen haben wollten. Thomas titulierte sie daraufhin unter extremer Adrenalinausschüttung als „Kaspern“ und nur der Besonnenheit von Roman, der sportlich seine Niederlage akzeptierte war die Deeskalation zu verdanken. Thomas entschuldigte sich dann bei Dietmar für seine verbale Entgleisung was dieser mit dem Hinweis quittierte, die Zwischenrufe seien nicht von ihm sondern von passiven Teilnehmern gekommen.
Derweil ging es auf Platz 2 noch viel höher her. Ali begann wie üblich vehement und mit seinen berühmt- berüchtigten Kampfrufen. Er fragte Werner Boget extra, ob diesen die Schreie stören würden, was Werner zunächst verneinte. Allerdings gingen sie ihm doch an die Nieren und irgendwann drohte er Ali deswegen einen Punktabzug an. Auch einen Toilettengang unseres iranischen Freundes nahm er zum Anlass erneut etwas zu sticheln. Es kam wie es kommen musste. Das Match war eng, der Siegeswille beider Player hoch und die Hitze verschmorte das klare Denken der beiden Kämpfer. Eine unterschiedliche Auffassung über einen Spielstand ließ beide erstmalig laut werden, Werner forderte einen Schiedsrichter, was Eddi übernahm, Thomas schlichtete den Spielstand und Dieter versuchte die Ruhe wieder herzustellen. Nach einem weiteren Bababa ließ Werner die Bemerkung fallen, man könne ja wohl gleich in den Tiergarten, was Ali komplett aus der Fasson brachte. Die gegenseitigen Anwürfe waren so laut, dass, siehe oben, auch die Spieler auf den anderen Plätzen erheblich gestört wurden und es bedurfte der Besonnenheit von Eddi und Dieter, die Kampfhähne wieder zu beruhigen. Es kam zum Showdown im Matchtiebreak und eine gnädige Wolkendecke sowie regelmäßige Wellnessbehandlungen mittels der Platzsprenger für Ali durch seine Betreuer waren ursächlich für Alis Sieg, der bei seinem Team nochmals Hoffnung weckte.
Leider war es Fritz nicht vergönnt, diese kleine Glut der Hoffnung weiter zu befeuern, denn Fridolin Nagel war ein Spieler der Sorte „Bringer“, der geduldig auch 30 mal die Filzkugel wieder zurückspielte, allerdings dann auch, wenn sich eine Chance bot, gnadenlos zubiß. Dies unterschied ihn von Fritz, der leider solche Gelegenheiten nicht konsequent nutzte. Vielleicht hätte ihm bei einer 3:2 Führung im 2. Satz etwas mehr Mut zum Angriff zum Erfolg verholfen, aber immer wieder machte er nach erfolgsversprechenden Vorbereitungsschlägen ansatzweise den Versuch nachzurücken, wurde dann aber immer wieder vor der T-Linie von seinem Unterbewusstsein zurückgepfiffen und er stellte sich erneut an der Grundlinie den zermürbenden Dauerschlagwechseln. Das bessere Ende hatte Fridolin für sich.
3 Doppel zu gewinnen war illusorisch und beim 2:3 im 1er Doppel, das Thomas und Fritz bestritten platzten alle Siegträume, als Thomas mit dem li.Fuß umtrat, zu Fall kam und voll auf ein zum Sitzen unerlässliches Körperteil knallte. Binnen 2 Minuten bildete sich ein faustgrosses tiefsitzendes Hämatom, das aufgrund seiner anatomischen Nähe zum Ischiasnerv ein Fortsetzen der Partie unmöglich machte.
So war es auch zu verschmerzen, dass Eddi und Hermann zwar aufopferungsvoll aber erfolglos in Doppel 3 kämpften.
Am besten zogen sich noch Leo und Dieter aus der Affäre, aber die Luft war raus und die eingespielteren Paarungen aus Puschendorf holten verdient alle 3 Punkte.
Wie im Männertennis üblich waren nach dem Match die Streitigkeiten schnell vergessen und bei einem von Uta zubereiteten Mahl ergänzt durch einen Salat von Schlurf, der erahnen ließ zu welchen herausragenden Leistungen er fähig ist, beendeten die Gäste die Saison als Aufsteiger, die Lichtenauer als Vorletzter, was aber aufgrund der Verletztenmisere, die Gott sei Dank durch Hermanns vorbildlichen Einsatz abgemildert werden konnte, und aufgrund der Tatsache, 2 x gegen Teams gespielt zu haben, die sich mit höherklassigen Akteuren verstärkt hatten, zu verschmerzen ist.
Im engsten Kreis gab es danach innerhalb des Teams noch eine Manöverkritik, bei der schonungslos jedem Lichtenauer Spieler von den Mannschaftskameraden aufgezeigt wurde, wo seine Schwächen liegen und wie diese zum beseitigen seien.
Schon jetzt darf man deshalb auf die neue Saison gespannt sein, dann hoffentlich auch wieder mit einem topfiten Radi und vielleicht vielen Einsätzen von Werner.
Als Mannschaftsführer bedanke ich mich bei allen Mitspielern für ihren Einsatz, die Zuverlässigkeit bei der Erledigung von Aufgaben, das klaglose, wenn auch zähneknirschende Bezahlen der Strafen und den Zusammenhalt den wir bei Höhen und Tiefen hatten.
Die anderen Teams haben vielleicht ein höheres sportliches Niveau, aber auf unseren, auf langjähriger Freundschaft beruhenden Zusammenhalt, können wir mit Recht Stolz sein.
Danke auch an alle mithelfenden Frauen, die für uns gekocht, serviert, gespült, geputzt und zuhause seelische und körperliche Wunden zur Abheilung gebracht haben.
Was wären wir Männer ohne euch ?
In diesem Sinne: „Auf eine Neues im Jahr 2018 !“
Einzel:
Altrock/Glöckner 6:1/6:4
Meier/Stöckl 6:4/3:6/7:10
Ahmadpur/Boguth 6:7/6:3/10:6
Mohr/Billmann 1:6/3:6
Fersterra/Nagel 1:6/3:6
Förster/Knorr 5:7/4:6
Doppel:
Altrock/Fersterra-Boguth/Billmann 2:5 w.o. Altrock
Meier/Mohr-Glöckner/Roch 3:6/3:6
Strössner/Heyder-Stöckl/Nagel 2:6/1:6

Zufrieden nach einer Saison voller Dramatik, Freude, Frust usw.
Wir sind halt ein verschworener Haufen.
Es fehlen Werner, der 1 x gespielt und gewonnen hat sowie Radi,
dessen Rekonvaleszenz gute Fortschritte macht.