Heimspiel gegen Thalmässing
Verfasst am 21 Jun 2026 von Thomas Altrock
Tennis Damen 60 Landesliga 1 TSV Lichtenau : TV Thalmässing 2:4
Im Glutofen der Lichtenauer Tennisanlage dürften am Tag nach der Sonnwende die Aufstiegsträume der Lichtenauer Tennisdamen 60 wie Seifenblasen geplatzt sein. Allerdings schüttete auch Fortuna ihr Füllhorn überreichlich über das Gästeteam aus, den allein drei von vier Matchtiebreaks gingen zugunsten der Thalmässingerinnen aus.
Uli Wiedemann startete konzentriert und hatte die große Chance auf 3:0 zu stellen. Die verpasste Chance drehte den Spielverlauf komplett und Miriam Molinari-Pfaller stellte umgehend auf 6:3. Die Lichtenauerin baute hitzebedingt leider zunehmend ab und hatte auch Probleme beim Aufschlag gegen die Sonne, weshalb auch Satz 2 mit 6:3 an Thalmässing ging.
Dagegen schien das Match auf Position 3 zwischen der Heimspielerin Gerlinde Bischoff und Karin Harlas ein Spaziergang zu werden. Harlas war fehleranfällig und Bischoff genügte ein grundsolider Auftritt um rasch mit 6:0 in Führung zu gehen. Unerklärlicherweise riss danach der Faden bei Bischoff komplett. Ihre Bälle landeten im Aus und die einfachsten Schläge mißlangen ihr. Der Matchtiebreak musste entscheiden und hier schien sich beim 4:6 aus Lichtenauer Sicht die Waage zugunsten von Thalmässing zu neigen. Die Nervenstärke und Konzentrationsfähigkeit mit der Bischoff sechs Punkte in Folge machte und das Match für sich entschied nötigt Respekt ab.
Brigitte Mohr auf 2, die Zuverlässigkeit in Person, brauchte geraume Zeit um das Visier ihrer sonst so starken Vorhand einzustellen. Immer wieder gerieten ihr die Bälle zu lang und Birgit Knocke blieb so aufgrund ihrer Laufstärke stets in Schlagdistanz. Ein Break genügte Mohr zum Gewinn des 1. Satzes. Auch danach schenkten sich beide Spielerinnen nichts und bis zum 3:3 war nicht klar, wer wohl als Siegerin vom Platz gehen würde. Die Entscheidung fiel durch einen hitzebedingten körperlichen Einbruch von Knocke, die leider aufgeben musste.
Die Spitzenspielerinnen Kerstin Sticha aus Lichtenau und ihre Kontrahentin Beate Frank beharkten sich gut 2,5 Stunden nach allen Regeln der Kunst. Sticha powerte und Frank, hochaufgeschossen und mit extremer Reichweite ausgestattet, punktete bärenstark über Kopf und spielte Ball um Ball recht drucklos mit einer schwer zu lesenden unterschnittenen Vorhand oder einer verdrehten Rückhand zurück. Der brutale Abnutzungskampf gipfelte in einem Tiebreak, den sich Frank holte. Im 2. Durchgang vergab sie dann die große Chance beim 5:3 auszuservieren. Sticha tat es ihr leider bei eigener 6:5 Führung gleich, blieb aber nervenstark genug das Frustrationserlebnis abzuschütteln und sich ihrerseits Satz 2 im Tiebreak zu sichern. Im Matchtiebreak konnte sich keine Spielerin absetzen. Mal hatte Sticha mit einem Netzroller Glück, dann wieder Pech bei einem Platzfehler. Entscheidend war ihre letzte Vorhand, die zum 8:10 ins Aus segelte.
Jetzt kam alles auf die beiden Doppel an.
Mohr und Sticha sowie Bischoff und Czech schickten sich an, den Sieg nach Lichtenau zu holen. Die Thalmässingerinnen hatten das Gleiche im Sinn und nachdem sie in beiden Begegnungen den ersten Satz locker gewonnen hatten schien Lichtenau am Boden. Mit unbändiger Moral kämpften sich beide Lichtenauer Paarungen ins Spiel zurück und erzwangen jeweils den Matchtiebreak. Nur blieb die Belohnung aus. Bischoff/Czech hatten mit einem undankbaren 8:10 das Nachsehen während das Lichtenauer Einserdoppel rasch uneinholbar in Rückstand geriet und mit 3:10 verlor.
Realistischerweise dürfte mit dem Endergebnis von 2:4 Thalmässing der Aufstieg nicht mehr zu nehmen sein, denn gegen den 3. Kitzingen sind sie am letzten Spieltag die klaren Favoritinnen, während Lichtenau gegen Bayer 07 Nürnberg den verdienten 2. Platz festigen könnte.