AS in Worzeldorf
Verfasst am 17 Mai 2026 von Thomas Altrock
Tennis Herren 60 Nordliga 2 SC Worzeldorf:TSV Lichtenau 5:1
Wäre es nach Holger gegangen, wären die Lichtenauer Herren 60 am Sonntagmorgen in Wolkersdorf statt in Worzeldorf gelandet. Glücklicherweise hatten seine Teamkameraden aufgemerkt und so standen die Lichtenauer pünktlich auf der tollen Anlage, wo eine Mannschaft auf sie wartete, die heuer komplett aus den Herren 50 in die höhere Altersklasse gewechselt war.
Also galt es wieder einmal mit Herz und Einsatz den Altersunterschied zum jeweiligen Kontrahenten auszugleichen, was leidlich gelang, aber natürlich nicht zum Sieg reichte.
Leo hielt gegen Robert Huber echt toll mit. Lange Zeit brachten beide ihren Aufschlag durch und vor allem Leos Unterschnitt in der Rückhand schmeckte Robert nicht. Sein Spiel lag unserem „Oldie but Goldie“, weil er einen sehr geraden Schlag mit ordentlich Tempo hatte, was Leo entgegenkam. Ärgerlich, dass er ausgerechnet beim 4:4 ein Break kassierte was ihn den 1. Satz mit 4:6 kostete, dem Robert humorlos ein 6:1 folgen ließ.
Erwin bekam es mit Uwe Beyer zu tun, der einen ekligen Schnitt bei seinem Aufschlag produzierte und auch am Netz recht sicher war. Erwin tangierte dies wenig und er zog sein Spiel auf. Stopps beim 2. Service des Gegners, eine Rückhand mit Sidespinunterschnitt oder wie immer man diesen kopernäckischen Schlag nennen mag. Leider stand er dabei ab und zu etwas im Niemandsland und konnte lang gespielte Schläge seines Gegners nicht mehr retournieren. Auch in diesem Match ging der erste Durchgang mit 6:4 an Worzeldorf. Beim 1:2 war dann das Match entschieden. Erwin machte einen unkontrollierten Schnitt seitwärts und verdrehte sich dabei sein schon vorgeschädigtes rechtes Knie denkbar blöd. Obwohl Erwin Ernst gewohnt tough die Zähne zusammenbiss und nochmals versuchte weiterzuspielen, musste er seinem Gegner per Aufgabe beim 1:4 zum Sieg gratulieren.
Thomas machte seine Sache gegen den drahtigen Henry Kayser zunächst auch gut. Wenigstens zeigte er sich diesmal mutig und ging auf jeden Ball mit vollem Risiko drauf. Allerdings machte Henry brutal Druck, so dass nach einigen Ballwechseln Thomas immer mal wieder ein Schritt fehlte. Beim 3:5 raffte er sich nochmals auf und breakte seinen Gegner, wobei dieser allerdings mit nicht immer selbstverständlicher Fairness den entscheidenden Ball des Lichtenauers als „´gut“ einstufte. Ab dann ging das Match nur noch in eine Richtung. Klasse Passierbälle und tödliche Platzierung der Schläge, sobald Thomas etwas zu kurz wurde und es stand 4:6/0:6. Allmählich muss Thomas seine weitere Karriere mit seinem Bankkonto abgleichen, denn permanent die Mannschaftskasse zu füllen ist für dieses kontraproduktiv. Andererseits muss man eine kostenlose Verköstigung tagsüber und eine Riesenschnitzel mit Beilagen am Abend gegenrechnen, so dass sich eine Laufbahnfortsetzung unterm Strich doch rechnet.
Den Vogel schoss unser Holger, in Zukunft auf den Spitznamen „Fritz“ hörend, ab. Gut 2,5 Stunden beharkte er sich mit Harald Dazian. Beide spielten mit Engelsgeduld einen Ball nach dem anderen lang zurück, wobei Haralds Topspinrückhand ein Genuss war, Holger aber auf der Vorhand etwas druckvoller agierte. Beide lauerten auf den einen Moment um zu punkten, was Ballwechsel epischer Länge zur Folge hatte. Hier sah man zwei Duracellhasen auf dem Platz, denn was beide an Metern abspulten ohne Ermüdungserscheinungen zu zeigen, war einfach phänomenal. An sich hätte dieses Match remis ausgehen sollen, aber so brutal wie Tennis ist, geht das nicht. Nur in einer Kategorie hatte der Worzeldorfer die Nase vorn. Beim Schlägerwurf ! 7 x landete sein Racket auf der Asche, was bei seinem Verein anscheinend nicht sanktioniert wird, während Holger für einen Sieg auch 2.50 Euro Minus im Geldbeutel in Kauf nahm um sich seines Frustes zu entledigen. Mit Ball zielsicher schleuderte er dabei das Spielgerät vehement übers Netz, haarscharf in die Nähe seines Gegners. Aber das lohnte sich. 6:4/4:6/Matchtiebreak. Der war nichts für schwache Nerven. 4:7 und 5:8 lag Holger hinten. Bärenstark glich er zum 8:8 aus und schlug auf. Er sah den Ball im Aus und fing den Return. Harry hatte aber einfach weitergespielt und hatte nun Matchball. Ausgerechnet jetzt wurde Holger einmal zu kurz, Harald stürzte ans Netz und aufgrund seines Schwungs war sein Ball gut zwei Meter zu lang. Beim 10:10 dachte der Worzeldorfer Dreier, ein Taktikwechsel sei eine gute Idee. Er slicte mit der Rückhand, was sein Verderben war, denn beim 11:10 gegen sich machte Holger den entscheidenden Punkt und fügte den bis dahin makellosen Worzeldorfern eine schmerzhafte Niederlage zu.
Dafür gingen die Doppel wieder an die Hausherren. Bei Holger und Leo war die Luft raus und Robert und Henry hatten keine Mühe ihr klares Spiel mit 6:2/6:1 durchzuziehen. Radi, sofort vom Sofa nach Worzeldorf als Ersatz für Erwin nachgereist ,wehrte sich mit Thomas etwas besser, aber leider hatten Harry und Uwe die bessere Technik und gestatteten den Lichtenauern nur beim 5:4 einen kurzen Moment der Hoffnung, ehe sie mit 6:4/6:2 den Sack zumachten. Das anschließende Essen war gut, aber alle Akteure freuten sich nach dem anstrengenden Tag auf das Relaxen zuhause, weshalb man sich freundschaftlich in der Halbzeit der Fussballzweitligapartien trennte.
Jetzt gibt es einen Monat Pause, hoffentlich ausreichend für Erwins Knie, aber beim Heimspiel gegen Rohr steht auch wieder Fritz zur Verfügung, der diesmal privatem Vergnügen den Vorzug gab. Der Lichtenauer Mannschfatführer ist sich sicher dafür eine finanzielle Regelung zu finden.