Heimspiel gegen Petersaurach

Verfasst am 5 Jul 2026 von Thomas Altrock

Tennis Herren 60 Nordliga 2  TSV Lichtenau:TSV Petersaurach. 3:3

An Dramatik kaum zu überbietende Matches bekamen die Zuschauer beim Heimspiel des TSV Lichtenau gegen die Tennisfreunde aus Petersaurach zu sehen. Dabei durchlief das Heimteam ein Wechselbad der Gefühle, denn hätte man den Akteueren im Vorfeld ein 3:3 angeboten, hätten die Lichtenauer unbesehen zugestimmt, nach dem Verlauf der Spiele war dieses Unentschieden dann fast eine gefühlte Niederlage.

Die ersten Einzel waren schnelle Angelegenheiten. 

Leo auf 2 hatte wieder einmal nicht nur gegen seinen Kontrahenten Thomas Michel anzukämpfen, sondern erneut gegen einen Altersunterschied von 15 Jahren. Wer weiß, wie in Leos Alter jedes Jahr Kraft aus dem Körper saugt, der muss ohne Wenn und Aber bewundern, wie selbstverständlich sich Leo Woche für Woche in den Dienst der Mannschaft stellt und mit all seiner Routine versucht, das Beste zu geben. Klar: durch seinen legendären Erdbeerkuchen, gekrönt mit frischer Sprühsahne führt an seiner Aufstellung sowieso kein Weg vorbei. Respektlos wie die Jungen halt sind, kannte Thomas kein Mitleid und jagte Leo mit schönen Topspinbällen über den Platz. Angeblich habe er nicht gewusst, dass ein 0:6 schmerzliche Lücken in die Geldbeutel der Lichtenauer Spieler reisst, sonst hätte er Leo doch in Satz 2 einen Spielgewinn wie im 1. Durchgang ermöglicht, so ließ er verlauten. Solche Almosen hat unser Leo nicht nötig. Blöd nur, dass er auch im Doppel löhnen muss, aber der Mannschaftskasse tut es gut.

Auf 4 dachte sich Erwin, was Thomas kann, kann ich schon lange. Diesmal war Herbert Hackl, ein großgewachsener Hüne mit soliden Grundschlägen das Opfer, das gegen die unorthodoxe Spielweise von Erwin kein Mittel fand. Es ist jedesmal wieder phänomenal zu beobachten, wie Erwin seinen Gegner ausguckt und wenn ihm auch nicht all seine Gemeinheiten gelingen, er lässt einfach keinen Schlagrhythmus des Kontrahenten zu. Vielleicht war sein 6:0/6:2 etwas zu deutlich, aber die Lichtenauer freuten sich über den ersten Einzelsieg.

Dass diesem zwei weitere folgen würden, war nicht vorherzusehen. 

Thomas lieferte aber eines seiner besten Spiel seit langer Zeit gegen Friedel Herrmann ab, ein Spieler, der ihm schon im Einzel und Doppel in der Vergangenheit schmerzhafte Niederlagen zugefügt hatte. Diesmal kämpfte der Lichtenauer verbissen um jeden einzelnen Punkt.  Friedel kann die Vorhand enorm beschleunigen und wechselt mit der Rückhand zwischen schnellen Slicebällen und immer wieder kurzen Stopps, die Thomas zwangen, das letzte aus seiner künstlichen Hüfte herauszuholen. Es gelang ihm die Mehrzahl der kurzen Bälle nicht nur zu erlaufen, sondern seinerseits den Ball so zu platzieren, dass er damit punktete. Bim 5:4 kassierte er zwar das 5:5, steigerte sich aber nochmals und holte Satz 1 mit 7:5. Dann wechselte das berühmte Momentum auf Friedels Seite und beim schnellen 4:0 für ihn schien das Match den üblichen Verlauf zu nehmen. Tatsächlich konnte Thomas nochmals verkürzen, aber nach einem 4:6 ging es in den Matchtiebreak. Jeder Spieler verbuchte zwei Netzroller, Fortuna aber belohnte den Einsatz von Thomas mit einem 10:6 für den Lichtenauer Mannschaftsführer.

Holger bekam es mit dem „Benjamin“ der Petersauracher zu tun, Günther Kuler, der erst noch auf seinen 60. Geburtstag wartet. Günther schlug hart und mit Schnitt auf,  hatte eine schnelle Vorhand und einen giftigen Rückhandslice. Ruck zuck lag Holger, der Seriensieger dieser Saison, mit 0:3 hinten. Und was machte unser Taktikfuchs. Er wechselte das Spielgerät. Marco, unser überragender Servicetechniker, hatte bei einem von Holgers Schlägern eine Bespannungshärte von 18 kg, bei einem anderen 21 ermittelt. Letzteren wählte Holger aus, um mehr Kontrolle zu erhalten und seine Schläge kürzer zu gestalten und wer sagt es:  Neun Spiele holte er in Folge zu einem komfortablen 6:3/3:0. Dann aber schlug Günther erbarmungslos zurück und das Match stand plötzlich beim 5:5 wieder auf der Kippe. Zwei leichte Fehler des Petersaurachers ermöglichten Holger das vorentscheidende Break und nervenstark servierte er anschließend aus.

Die Rache der Petersauracher folgte in den Doppeln. Sowohl Fritz als auch Radi, auf den sich insbesondere Edelfan Helmut Scheuerpflug gefreut hatte, verzichteten auf einen Einsatz und so mussten die vier geschlauchten Akteure nach den Einzeln noch einmal ran.

Erwin und Leo standen in Doppel 2 gegen Günther und Herbert auf verlorenem Posten. Die Gästespieler wollten unbedingt die Einzelschmach tilgen und es gelang ihnen mit 0:6/3:6 gegen die Lichtenauer eindrucksvoll.

Holger und Thomas trafen auf Friedel und den anderen Thomas und lieferten einen 1. Satz zum Vergessen ab. Fehler in Serie und das Auslassen von Großchancen rächte sich in Form eines 1:6. Danach pushten sie sich gegenseitig immer mehr und sie stellten sich besser auf die hohen Bälle von Thomas Michel kurz vor die Grundlinie ein. Trotzdem mussten sie „Gras fressen“ ehe wieder einmal nach einem 7:5 der Matchtiebreak entscheiden musste. Vielleicht war es gerecht, dass hier die Gäste mit 10:8 die Nase vorn hatten und das 3:3 im Endergebnis sicherten, trotzdem haderten die Lichtenauer Heroen mit ihrer Niederlage, was aber der guten Stimmung beim gemeinsamen Essen keinen Abbruch tat. Heidi hatte große Mengen an köstlicher Lasagne zubereitet, begleitet von einem grünen und einem Krautsalat und so konnten sich die tapferen Tennisspieler beider Teams die Kohlehydratspeicher wieder bis auf 100 % auffüllen. Zum Glück brachte auch Thomas sein ärztliches Wissen ein, denn kaum Jemandem ist es bekannt, dass das Einschleusen der Kohlehydrate in die Zelle durch gleichzeitigen Genuss von höherprozentigem Alkohol beschleunigt wird. Von dieser Möglichkeit machten einige der Kämpen ausgiebig Gebrauch. In aller Freundschaft endete ein schöner Sporttag, so wie es sich gehört.

Herren 60 2026 bea1

 

Die Supermannschaft des Jahres 2026

Leo-Erwin-Thomas-Holger-Fritz-Radi