Heimspiel gegen Wendelstein

Verfasst am 24 Jun 2017 von Thomas Altrock

Tennis Damen 50 Bayernliga.          TSV Lichtenau : TSV Wendelstein 3:6

Am vorletzten Spieltag der Bayernligasaison 2017 mussten sich die Damen 50 des TSV Lichtenau nach packenden Wettkämpfen, allein 4 Einzel wurden erst im Matchtiebreak entschieden, den Gästen aus Wendelstein mit 3:6 geschlagen geben.
Alle Akteure hatte ihre liebe Not mit dem böigen Wind und die Hitze tat ein Übriges, den Spielerinnen auch konditionell alles abzuverlangen.

In Runde eins musste die aufgrund mangelnder Spielpraxis nicht in Topform angetretene Lichtenauer Nummer 2, Uta Altrock, die überlegene Spielanlage von Doris Meinhardt neidlos anerkennen. Die Wendelsteinerin zelebrierte Sandplatztennis vom Feinsten, wechselte geschickt Tempo und Schlagvarianten und zwang Altrock dadurch zu Fehlern. Die Lichtenauerin verkaufte sich zwar so teuer wie möglich, zog aber doch den Kürzeren.

Besser machte es Irmi Weinmann auf Ranglistenposition 4 gegen Gabriele Langensiepen. Sie legte los wie die Feuerwehr und überrollte die Gästespielerin förmlich. Präzise peilte sie die freien Räume auf dem Spielfeld an und ihr deutlicher Sieg schien nur eine Frage der Zeit. Doch Langensiepen fügte sich nicht in die Verliererrolle sondern steigerte sich von Spiel zu Spiel. Weinmann begann nachzudenken, verlor ihre Sicherheit und fand sich urplötzlich im Supertiebreak wieder. Es spricht für ihre Konzentrationsfähigkeit, dass sie diesen ständig auf der Kippe stehenden Entscheidungssatz mit 10:8 für sich entschied.

Den umgekehrten Spielverlauf gab es im Sechsereinzel. Hier drehte Gerlinde Bischoff nach unsicherem Beginn die Partie gegen Bettina Wich-Knoten im 2. Satz. Plötzlich erlief sie die Stopps ihrer Kontrahentin, spielte wesentlich druckvoller als zuvor und hatte beim 9:8 im entscheidenden Tiebreak Matchball. Für solche Momente kann man den Tennissport lieben oder hassen. Wich-Knoten konnte einen Ball nur noch mit Mühe kurz hinters Netz platzieren, Bischoff stürmte heran und schob den sicher geglaubten Schlag zum Sieg ins Aus. Die Wendelsteinerin bedankte sich mit 2 weiteren Punkten zum 11:9.

Das technisch anspruchsvollste Match lieferten sich Kerstin Sticha und Silke Niemeyer auf Position 1. Hier gab es kein vorsichtiges Ballgeschiebe, sondern Vor- und Rückhand wurden von beiden Spielerinnen mit Spin oder als Slice scharf und präzise übers Netz geschlagen und es gab wiederholt Beifall auf offener Szene. Sticha brauchte einen Satz, um ins Spiel zu finden, dann aber lief sie zu grosser Form auf und brachte die bis dahin mental stabile Wendelsteinerin völlig aus dem Konzept, was sich in einem emotionsgeladenen Schlägerwurf manifestierte. Auch hier entschied der ungeliebte Supertiebreak. Niemeyer blieb einen Touch cooler und gewann das Duell zweier Klassespielerinnen.

Schneller war der Zweikampf Heidi Czech gegen Rhein Monika entschieden. Die „unlesbare“, verdrehte Vorhand von Rhein stellte Czech vor grosse Probleme und auch mit der Rückhand strahlte die Wendelsteinerin Sicherheit aus. Dagegen produzierte Czech immer dann, wenn sie die Kugel beschleunigen wollte, leichte „unforced errors" und garnierte das Ganze mit einer grösseren Anzahl von Doppelfehlern, weshalb das 3:6/3:6 in Ordnung ging.

Auch die sonst auf Sieg abonnierte Brigitte Mohr hatte diesmal nicht ihren besten Tag. Mohr wirkte, als ob sie mit angezogener Handbremse spielen würde. Sie war oft zu spät am Ball, setzte ihre brachiale Vorhand viel zu selten ein und spielte Bessert Erika immer in deren Komfortzone an. So genügte der schlagsicheren Nummer 5 der Gäste ein solides, abwartendes Spiel um den Matchtiebreak zu erreichen. Hier agierte sie einen Tick mutiger als Mohr und gewann einen weiteren Punkt für ihr Team.

In den anschliessenden Doppeln gelang Lichtenau die erhoffte Ergebniskorrektur, denn in der Endabrechnung kann jeder einzelne Sieg wichtig sein.

War der erste Satz zwischen Altrock/Mohr und den Routiniers Brünnler/Trauner noch ausgeglichen , dominierten die Lichtenauerin mit zunehmender Spieldauer immer deutlicher, Brünnlers Fehlerquote stieg und Sieg 2 war perfekt.

Das Einserdoppel Czech/Weinmann gab sich der Paarung Wick-Knoten mit der famosen Niemeyer im 1. Durchgang erst nach intensivem Fight im Tiebreak geschlagen, danach reichte es nur noch zum Ehrenpunkt im 2. Satz.

Am engsten gestaltete sich die Partie auf Platz 2. Bischoff und Sticha beharkten sich mit Langensiepen/Bissert unerbittlich. Mal hatte Lichtenau, mal Wendelstein die Nase vorn. Doch mit dem 3. Matchball war es geschafft und das Heimteam konnte noch einen Sieg auf der Habenseite verbuchen.

Bereits in einer Woche steht der Saisonabschluss mit einem Heimspiel gegen Rückersdorf an, Gelegenheit sich mit einem Erfolg endgültig im Mittelfeld der Bayernliga zu etablieren.

Einzel:

Sticha/Niemeyer                                                   2:6/6:4/5:10

Altrock/Meinhardt                                                 1:6/4:6

Czech/Rhein                                                         3:6/3:6

Weinmann/Langensiepen                                     6:1/5:7/10:8

Mohr/Bissert                                                         6:4/3:6/7:10

Bischoff/Wich-Knoten                                           3:6/6:1/9:11

 

Doppel:

Czech/Weinmann-Wich-Knoten/Niemeyer.          6:7/1:6

Sticha/Bischoff-Langensiepen/Bissert                  7:6/7:5

Altrock/Mohr-Brünnler/Trauner                             6:4/6:1

Damen 50 klein

Man kann nicht immer siegen ! Trotzdem lieben wir Tennis !

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